Palliative Pflege


Genauso wie ein pflegebedürftiger, alter Mensch individuell gepflegt wird, ist der Prozess des Sterbens ein höchst individueller Prozess. Da die zum jetzigen Zeitpunkt sterbenden Menschen in nur wenigen Fällen in Form einer Patientenverfügung Aussagen zu diesem Abschnitt ihres Lebens gemacht haben, gilt in unserem Haus:

Das Leiden lindern und die erkenn- und erfahrbaren Bedürfnisse im Sterbeprozess in den Mittelpunkt der pflegerischen Situation stellen.

Um diesem Grundsatz gerecht zu werden, ist Kommunikation eine der wichtigsten Aufgaben.

1. Der Kontakt zu Angehörigen, deren Möglichkeiten und Wünsche versuchen wir mit den Bedürfnissen des sterbenden Bewohners in Einklang zu bringen (Übernachtung, Menge der Besucher usw.).

2. Der behandelnde Hausarzt wird in kurzen Abständen über die Situation des Bewohners informiert. Benötigt der Bewohner spezielle Unterstützung, können die niedergelassenen Palliativmediziner hinzugezogen werden. Ebenso steht die Schmerzambulanz des Sanaklinikums durch Frau Dr. Ludwig zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

3. In der Zusammenarbeit mit der Hospizgruppe Remscheid können Betroffene und Angehörige unterstützende Gespräche in Anspruch nehmen.

4. Der seelsorgerliche Beistand wird immer nach Wunsch, jedweder Religion kontaktiert.

5. Die körperliche Pflege legt in dieser Zeit einen besonderen Schwerpunkt auf die biografisch orientierte Pflege nach den Grundsätzen der basalen Sttimulation und wird durch die Arbeit der Beschäftigungstherapie zur Ansprache der Sinnesorgane mit aromatherapeutischen Maßnahmen unterstützt. Da bekannt ist, dass die Hörfähigkeit am längsten erhalten bleibt, findet die akustische Wahrnehmung eine besondere Bedeutung im Umgang mit dem Sterbenden.

6. Die Ernährung und die Flüssigkeitsversorgung werden mit allen beteiligten Berufsgruppen und den Angehörigen nach den Möglichkeiten des Bewohners abgesprochen.

7. Hat ein Bewohner eine Patientenverfügung für die Endsituation seines Lebens verfasst, ist dies die wichtigste Richtschnur für alle beteiligten Berufsgruppen.

8. Der Tote erfährt eine Versorgung nach der Richtlinie des Hauses, das heisst Ganzkörperwaschung mit Tageskleidung nach Wunsch. Das Abschiednehmen der Angehörigen wird abgesprochen.

Die Einweisung in ein Krankenhaus während des Sterbeprozesses soll nach Möglichkeit vermieden werden. In der Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen in der Pflege und den Angehörigen werden Wege zu einem individuellen, schmerzfreien und menschenwürdigen Sterbeprozess gesucht und auch gefunden.

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